Matthias Neuhaus

 

Matthias NeuhausMatthias Neuhaus1992 in Wien geboren Studium an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, lebt und arbeitet in Baden bei Wien und redet ungern über sich in der dritten Person.

Ich habe bereits viel angefangen und wieder abgebrochen, Bilder und Formen zu produzieren gehört nicht dazu. Das Studium der bildenden Kunst war erst erklärtes Ziel, hat mir jedoch beinahe die Freude, die Lust an der Sache geraubt und dennoch betrachte ich es als Beginn der ernsthaften Auseinandersetzung mit meiner künstlerischen Arbeit.

Nach ein paar Jahren destruktiver Verzweiflung und jeder Menge Selbstmitleid habe ich einen gangbaren Weg gefunden mich über meine Arbeit zu spüren, zu verwirklichen, Ideen durch Tatsachen zu überprüfen. Arbeit im Sinne der Pflege eines geliebten Gartens oder einer Beziehung nicht der ungeliebten Lohn-Arbeit.

Farbe auf einer rechteckigen Fläche auf und abzutragen, Flusen zu materialisieren ist für mich, wenn nicht gerade verliebt, der Grund aufzustehen, weiterzumachen.

Mittlerweile ist es mein bester Freund, meine Art mit der Welt umzugehen, mein Versuch Schönheit zu finden in einer Welt die einen mit Hässlichkeiten bewirft. Meine Waffe gegen lähmende Angst, Taubheit und Zynismus. Schlicht eine Weise mit der Welt zu kommunizieren ohne zwingend mit ihr reden zu müssen- Schönheit nicht als Ablenkung sondern als existentieller Grund.

Ich beginne meistens impulsiv um dann mehrere Schritte zurückzutreten, den verursachten Schaden zu bewerten und in einem langwierigen Prozess des hin- und her Lösungen zu finden, Spuren zu hinterlassen und zu verwischen. Meine Motive sind gefunden, erfunden und gestohlen. Mal sind sie Mittel zum Zweck- manchmal aber doch die Essenz. Meist Wesen welche sich nicht klar in gut oder böse teilen lassen, selten allein aber doch meist einsam in ihrem Dasein. Ganoven, Chaoten, Geliebte und Verlassene.

Ich begreife jedes einzelne Bild als Teil einer größeren Geschichte welcher ich durch intensive Auseinandersetzung näher komme. Sie und mich dadurch besser begreifen kann. Nach einigen Jahren der beinahe ausschließlichen Arbeit an Kohlezeichnungen auf Papier habe ich nun vorerst meinen Ausdruck in einer Mischung aus zeichnerischen und druckgrafischen Techniken auf Holz sowie Plastiken aus unterschiedlichsten Materialien gefunden. Mein Interesse gilt unerwarteter Schönheit, der Form, der Komposition, Kontrasten und innerlich begründeten Oberflächen.